Startschuss für das SchülerAKTIV-Ticket in Mansfeld-Südharz

erstellt am: 03. April 2018

Kostenloses Ticketangebot für Schülerinnen und Schüler wurde heute vorgestellt


Verteilung an die ersten Schülerinnen und Schüler

Kostenloser Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) ist seit den Diskussionen rund um das Urteil des Bundesgerichtshofes zu den Diesel-Fahrverboten in aller Munde. Diesen jüngsten politischen Überlegungen voraus beschloss der Kreistag des Landkreises Mansfeld-Südharz bereits am 24. Januar 2018 die Einführung eines kostenlosen Bustickets zur Freizeitgestaltung von rund 13.000 Schülerinnen und Schülern im Landkreis.

Startschuss des SchülerAKTIV-Tickets war die heutige symbolische Übergabe an die ersten Schülerinnen und Schüler im Geschwister-Scholl-Gymnasium in Sangerhausen durch die Landrätin Frau Dr. Klein und den Geschäftsführer der Verkehrsgesellschaft Südharz mbH (VGS) Herrn Beermann. Bei diesem Ticket handelt es sich um ein Modellprojekt, das zunächst befristet bis zum 31. Oktober 2019 durchgeführt wird. Eine Verlängerung des Projekts wird angestrebt.

Das SchülerAKTIV-Ticket wird an Kinder und Jugendliche ausgegeben, die ihren Wohnsitz im Landkreis Mansfeld-Südharz haben und eine allgemeinbildende oder berufsbildende Schule im oder außerhalb des Landkreises besuchen. Nicht berechtigt sind Schülerinnen und Schüler des zweiten Bildungsweges (z.B. Abendgymnasien), Auszubildende und jene mit betrieblichem Ausbildungsvertrag sowie Studenten. Das SchülerAKTIV-Ticket ermöglicht als Netzkarte wochentags ab 15.00 Uhr sowie an Ferientagen, Feiertagen und an den Wochenenden ganztägig die kostenlose Busnutzung im gesamten Liniennetz der VGS, auf der Linie Z 1 der Zelltho-Reisen GmbH sowie auf festgelegten landkreis- und länderüberschreitenden Linien. Ausgegeben wird das Ticket im April 2018 an die anspruchsberechtigten Schülerinnen und Schüler durch die von ihnen besuchte Bildungseinrichtung sowie für diejenigen, die wohnhaft in Mansfeld-Südharz sind, jedoch eine Schule in einem anderen Landkreis oder Bundesland besuchen, über die Abteilung Kreisplanung/ÖPNV des Landkreises Mansfeld-Südharz. Der Landkreis erhofft sich von der Einführung des SchülerAKTIV-Tickets, für das er jährlich 130.000 Euro investiert, eine Steigerung der Mobilität von Kindern und Jugendlichen und mehr Teilhabe am öffentlichen Leben von finanziell schlechter gestellten Familien. Gleichzeitig könne sich zeigen, dass die Umweltbelastung verringert und die Lebensqualität der Einwohner im Landkreis gesteigert werde.

Bisher haben rund 4.300 Schülerinnen und Schüler des Landkreises, die in einer nach der Satzung zur Schülerbeförderung im Landkreis Mansfeld-Südharz festgelegten Entfernung von ihrer Schule wohnen, Anspruch auf eine kostenlose Busfahrkarte zu Ausbildungszwecken bis zum Ende des zehnten Schuljahres. Zusätzlich werden in Mansfeld-Südharz unter anderem die Jahrgänge der 11. und 12. Klassenstufen an den

Gymnasien durch die großteilige Rückerstattung der freiverkäuflichen Ausbildungstickets finanziell entlastet. Jene Fahrkarten im Ausbildungsverkehr können jedoch nur für die Fahrten zwischen dem Wohnort und der Bildungseinrichtung eingesetzt werden.

Wenn also ein Schüler aus Walbeck, der in Hettstedt das Gymnasium besucht, nachmittags die Schulfreundin aus Mansfeld treffen möchte, um an einem Referat zu arbeiten, dann wird Taxi-Mama benötigt oder ein zusätzliches Busticket gekauft. Das ändert sich mit dem SchülerAKTIV-Ticket. Kinder und Jugendliche können sich darauf freuen - unabhängig von den Eltern oder der Finanzlage im eigenen Portemonnaie - in ihrer Freizeit Freunde zu treffen, Freizeit- und Kultureinrichtungen zu besuchen oder sich in Lerngruppen zusammenzufinden.

Bereits in Vorfeld der Tarifeinführung wurde erste Kritik an dem Ticket geübt. Bemängelt wurde, dass es nicht ganztägig und somit auch für den Schulweg genutzt werden könne. Dies sei beispielsweise eine gewünschte Entlastung für Kinder und Jugendliche, die unter den schülerbeförderungsrelevanten Kilometerradius wohnen oder die Klassenstufe 11 und 12 besuchen. In der fast einjährigen Evaluierungsphase eines Ticketangebotes wurden verschiedene Optionen und somit auch die ganztägige Beförderung von allen Kindern und Jugendlichen des Landkreises untersucht. Im Ergebnis wurde deutlich, dass die Trennung des Ausbildungsverkehres gemäß der Satzung zur Schülerbeförderung im Landkreis Mansfeld-Südharz von einem Ticket zur Freizeitgestaltung zwingend notwendig ist. So wurde im positiven Sinne eine Lösung gefunden, die den Schülerinnen und Schülern viele Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung mit dem ÖPNV einräumt, ohne die gegebenen rechtlichen und insbesondere finanziellen Rahmenbedingungen infrage zu stellen. „Der Fokus sollte insgesamt mehr auf die Möglichkeiten des Tickets gelegt werden.“, wünscht sich Landrätin Dr. Angelika Klein.

Gleichwohl ist festzuhalten, dass bei dem gleichbleibenden Verkehrsangebot nicht alle Schüler rund um die Uhr den ÖPNV vollumfänglich nutzen können, jedoch wird besonders auf den landesbedeutsamen Linien und in den Stadtverkehren ein reichhaltiges Verkehrsangebot vorgehalten, welches den Kindern und Jugendlichen viele Mobilitätsoptionen zur Gestaltung ihrer Freizeit einräumt. Schülerinnen und Schülern aus kleineren Orten, die über ein weniger umfängliches Verkehrsangebot verfügen, wird angeraten, verschiedene Mobilitätsformen miteinander zu verknüpfen. So sei es durchaus möglich, den Weg in den gut angeschlossenen Nachbarort mit dem Fahrrad aufzunehmen und anschließend den Bus zu nutzen. Die Fahrradmitnahme ist bei der VGS übrigens kostenlos. Ticketnutzern – beispielsweise aus den Dörfern rund um Hettstedt – wäre es am Wochenende möglich, sich durch Elternteile oder Fahrgemeinschaften an einen Treffpunkt in die Kupferstadt bringen zu lassen und von dort gemeinsam mit Freunden mit dem Bus zum Kino nach Aschersleben aufzubrechen. So erleben auch die Eltern eine Entlastung aufgrund kürzerer Wegstrecken.

Heinz-Jürgen Beermann untermauert zudem die positive Langzeitwirkung, Schüler mit einer kostenlosen Schülerfreizeitkarte zur Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs zu motivieren. „Wer in jungen Jahren die Vorteile des öffentlichen Nahverkehrs erfahren hat, der wird auch im Erwachsenenalter eher dabeibleiben“, konstatiert Beermann.

Profitieren können von der neugewonnenen Mobilität junger Menschen in Mansfeld-Südharz neben den Bildungseinrichtungen und ihrer Nachmittagsbetreuung vor allem die Kultur- und Freizeiteinrichtungen, wie z.B. das Theater, Museen, Kinos und Freizeitbäder sowie die Städte und Gemeinden mit ihren Vereinen. „Schön wäre es, wenn nun diese Akteure prüfen, wie sie die Möglichkeiten des SchülerAKTIV-Tickets dienlich für sich einbinden können.“, fordert Landrätin Dr. Klein.

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